42. Internationale Sommergespräche der Waldviertel Akademie wurden eröffnet

Eine Gruppe von Menschen, die für ein Foto posiert

Vier Tage lang widmete sich die Waldviertel Akademie den großen Fragen unserer Zeit – und der Frage, was sich verändert, wenn wir bereit sind, die Welt auch mit anderen Augen zu betrachten.

Weitra. Unter dem Jahresthema „Perspektivenwechsel“ wurden am Donnerstag, 27. August, die 42. Internationalen Sommergespräche der WALDVIERTEL AKADEMIE auf Schloss Weitra eröffnet. Zahlreiche Ehrengäste, Wegbegleiter, Freunde und Förderer der WALDVIERTEL AKADEMIE waren gekommen, um gemeinsam den Auftakt zu vier Tagen des Dialogs, der Begegnung und des Nachdenkens zu feiern.

Bürgermeister Patrick Layr begrüßte zu Beginn die zahlreichen Ehrengäste und Gäste der Eröffnungsveranstaltung. Anschließend hieß der Vorsitzende Thomas Arthaber die „WALDVIERTEL AKADEMIE-Familie“ willkommen und stellte das zentrale Anliegen der diesjährigen Sommergespräche in den Mittelpunkt: Die großen Fragen unserer Gesellschaft lassen sich nicht aus nur einer Perspektive betrachten.

Ein Perspektivenwechsel bedeute, die eigene Meinung für einen Moment beiseitezulegen und sich darauf einzulassen, die Welt auch durch die Augen anderer Menschen zu sehen. „Vielleicht beginnt Veränderung genau dort, wo wir bereit sind, die Welt nicht nur mit unseren eigenen Augen zu sehen“, so Arthaber in seinen Schlussworten.

Für eine wissenschaftliche Einordnung des Jahresthemas sorgte Dr. Hanus. In seiner Begrüßung schlug er den Bogen von aktuellen technologischen Entwicklungen bis hin zu grundlegenden Fragen der Moral und Verantwortung.

Musikalisch begleitet wurde die Eröffnung von Ingo Wanek und Ekatharina Schwarz.

Den offiziellen Höhepunkt der Eröffnung bildete die Ansprache von Bundesrätin Margit Göll, die anschließend die 42. Internationalen Sommergespräche offiziell eröffnete.

Göll begrüßte insbesondere auch Viktoria Schnaderbeck, die als ehemalige Fußballnationalspielerin und heutige TV-Expertin den Eröffnungsabend prägte. Schnaderbeck stehe wie kaum eine andere Persönlichkeit dafür, Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und neue Perspektiven einzunehmen.

„Politik beginnt dort, wo wir bereit sind, aufeinander zuzugehen und zuzuhören“, betonte Göll. Gerade in einer Zeit tiefgreifender Veränderungen brauche es einen Perspektivenwechsel. Es gehe darum, sich selbst die Frage zu stellen: Was sehe ich anders, wenn ich einmal die Perspektive wechsle?

Andere Perspektiven könnten nicht nur den Blick auf gesellschaftliche Themen verändern, sondern auch den Blick auf andere Menschen. Göll bedankte sich bei der WALDVIERTEL AKADEMIE für ihren Beitrag zu diesem offenen Dialog und eröffnete damit offiziell die diesjährigen Sommergespräche.

Viktoria Schnaderbeck: Ein Weg gegen die Grenzen der eigenen Perspektive

Im Mittelpunkt des Abends stand Viktoria Schnaderbeck. In ihrer persönlichen Geschichte wurde deutlich, wie entscheidend ein Perspektivenwechsel für den eigenen Lebensweg sein kann.

Sie erzählte davon, wie sie bereits als Mädchen ihren eigenen Weg erkennen und verfolgen musste – in einer Zeit und in einem Umfeld, in dem Fußball für Mädchen noch längst nicht selbstverständlich war. Ihre „erste große Liebe“ sei Fußball gewesen. Stundenlang habe sie Fußball gespielt, der Ball sei dabei immer an ihrer Seite gewesen.

Als sie 1998 ihrem ersten Verein beitrat, gab es dort keinen einzigen Mädchenfußballverein. Also spielte sie gemeinsam mit den Burschen. Bereits mit zehn oder elf Jahren hatte sie ein klares Ziel: Sie wollte Profifußballerin werden.

Ihre Geschichte steht beispielhaft für den Mut, die eigene Perspektive nicht als Grenze zu akzeptieren. Gerade als Mädchen in einer stark männerdominierten Sportwelt musste Schnaderbeck ihren eigenen Weg finden und sich ihren Platz erarbeiten.

Dabei sei es vor allem der Traum gewesen, der sie angetrieben habe. Jedes Kind versuche alles dafür zu tun, seinen Traum zu erreichen. Der Weg dorthin verlaufe jedoch nicht immer geradlinig – und oftmals brauche es den Mut, die eigene Perspektive zu verändern.

Ein Abend als Auftakt für vier Tage Dialog

Mit der Eröffnung im Schloss Weitra starteten die 42. Internationalen Sommergespräche damit genau dort, wo ihr diesjähriges Thema ansetzt: beim bewussten Wechsel des eigenen Blickwinkels.


Gruppenfoto: v.l.n.r. Bürgermeister Patrick Layr, Vorsitzender-Stellvertreterin Martina Dorfinger, Bundesrätin Margit Göll, Viktoria Schnaderbeck, Vorsitzender Thomas Arthaber, Vorsitzender-Stellvertreterin Bernadette Kitzler und Christian Hanus von der Universität für Weiterbildung Krems beim Eröffnungsvortrag auf Schloss Weitra.

31.08.2026